Grundlegend neuer Therapieansatz gegen Mukoviszidose: Nanobody repariert Zelldefekt

Forschende der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) haben einen grundlegend neuen Ansatz zur Behandlung der Mukoviszidose (Cystische Fibrose, CF) entwickelt. Mithilfe eines sogenannten Nanobodys – einem winzigen Antikörperbaustein – gelang es ihnen erstmals, das durch die häufigste Mukoviszidose-Mutation (F508del) fehlgefaltete CFTR-Protein innerhalb der Zelle zu stabilisieren, seinen Abbau zu verhindern und seine Funktion als Chloridkanal wiederherzustellen.

Der Nanobody wird mithilfe zellpenetrierender Peptide in direkt in Schleimhautzellen eingeschleust, wo er das mutierte CFTR-Protein bindet und ihm hilft, die richtige Form anzunehmen. In Kombination mit der bereits klinisch zugelassenen CFTR-Modulatortherapie aus Elexacaftor, Tezacaftor und Ivacaftor (ETI) ließ sich die Kanalfunktion dabei noch weiter steigern.

Die Ergebnisse eröffnen eine vielversprechende neue Therapiestrategie, die insbesondere für Patientinnen und Patienten relevant sein könnte, bei denen die aktuelle Standardtherapie nicht ausreichend wirkt. An dem Berliner DZKJ-Standort koordiniert Prof. Dr. Marcus Mall die CF-Forschung.

Weitere Informationen

Originalpublikation

Charité-Pressemitteilung

 

Bild: Zellgängiger Nanobody (grün) bindet an defekten CFTR-Chloridkanal (strukturelle Simulation) © FMP | Barth van Rossum