Wissenschaftliche Expertise für ein gesundes Aufwachsen in der digitalen Welt

Wie Kinder und Jugendliche aufwachsen, verändert sich. Digitale Medien und soziale Netzwerke sind heute Teil ihres Alltags und damit auch ihrer Lebenswelt. Welche Auswirkungen das auf Entwicklung und psychische Gesundheit hat, steht derzeit verstärkt im Mittelpunkt gesellschaftlicher und politischer Diskussionen.

Digitale Medien bieten Möglichkeiten für Kommunikation, Information, Lernen und Teilhabe. Zugleich stellen sich Fragen nach ihrem Einfluss auf die Entwicklung und psychische Gesundheit.

Wissenschaftliche Expertise für den Kinder und Jugendschutz

Mit diesen Fragen beschäftigt sich auch Prof. Dr. Michael Kölch, Wissenschaftler im Deutschen Zentrum für Kinder und Jugendgesundheit (DZKJ) und Direktor der Klinik für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter der Universitätsmedizin Rostock. Als Co-Vorsitzender brachte er seine wissenschaftliche Expertise in die unabhängige Expertenkommission „Kinder und Jugendschutz in der digitalen Welt“ des Landes Mecklenburg-Vorpommern ein. Die Kommission erarbeitete Empfehlungen für einen zeitgemäßen Kinder und Jugendschutz.

„Wenn sich die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen verändern, müssen wir auch die gesundheitlichen Folgen dieser Veränderungen in den Blick nehmen. Gerade bei digitalen Medien brauchen wir eine differenzierte Betrachtung: Welche Risiken bestehen, für wen und unter welchen Bedingungen? Wissenschaftliche Expertise kann helfen, diese Fragen einzuordnen und daraus Empfehlungen für einen zeitgemäßen Kinder und Jugendschutz abzuleiten,“ stellt Prof. Dr. Michael Kölch, Co-Vorsitzender der Kommission fest.

Forschung für ein gesundes Aufwachsen

Auch die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina beschäftigt sich mit den Auswirkungen sozialer Medien auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und die Deutsche Gesellschaft für Kinder und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP), unter der Präsidentschaft von Kölch, hat in diesem Jahr gemeinsam mit weiteren Fachverbänden wissenschaftliche Stellungnahmen für die Debatte auf Bundes- und EU-Ebene zum Thema erarbeitet. Und erst am 17.9. hat die Europäische Kommission den „EU KIDS Act“ vorgeschlagen.

Der Weltkindertag am 20. September bietet deshalb Anlass, nicht nur die Rechte und Bedürfnisse von Kindern in den Blick zu nehmen, sondern auch die Herausforderungen und möglichen Fallstricke, die ihre Gesundheit und Entwicklung beeinträchtigen können. Kinder und Jugendliche sind keine kleinen Erwachsenen. Ihre Gesundheit und Entwicklung brauchen eine eigene wissenschaftliche Perspektive.

Denn gute Entscheidungen für Kinder und Jugendliche brauchen wissenschaftlich fundiertes Wissen.

Michael Kölch Copyright: DZKJ
Digitale Lebenswelten / Kinder; Copyright: Meike Bährens