Neue Studie zeigt systemische Effekte moderner Mukoviszidose-Therapien

Eine Studie der Charité, des Max Delbrück Center (MDC) und des Berlin Institute of Health (BIH), veröffentlicht in Cell Systems, zeigt erstmals umfassend, wie moderne CFTR-Modulatoren den Proteomhaushalt bei Mukoviszidose systemisch beeinflussen. CFTR-Modulatoren sind Medikamente, die die Funktion des häufig mutierten Cystic Fibrosis Transmembrane Conductance Regulator (CFTR)-Proteins verbessern.

Im Vergleich zwischen Zweifach- (Lumacaftor/Ivacaftor) und Dreifachtherapie (Elexacaftor/Tezacaftor/Ivacaftor) konnten die DZKJ-Forschenden zeigen, dass die Dreifachkombination deutlich stärkere Veränderungen im Blutproteom bewirkt und dieses in Richtung eines gesünderen Zustands verschiebt, insbesondere bei Entzündungs- und Stoffwechselprozessen.

Durch die Kombination von Blut- und Sputumdaten wurde zudem deutlich, dass lokale Veränderungen in der Lunge und systemische Effekte im Körper nur teilweise übereinstimmen. Dies ist relevant für das Verständnis von molekularen Krankheitsprozessen und die Entwicklung von Biomarkern. Besonders hervorzuheben ist das Protein SFTPB (Surfactant Protein B), das eng mit der Lungenfunktion korreliert und sich unter Therapie reproduzierbar verändert. Die Ergebnisse wurden in einer unabhängigen Kohorte bestätigt.

Die Studie wurde von Dr. Kerstin Fentker geleitet und entstand in Zusammenarbeit mit den Senior-Autoren Dr. Philipp Mertins, Dr. Simon Gräber und Prof. Marcus Mall.

Bild wurde mit BioRender erstellt (https://www.biorender.com/)
© David Ausserhofer, Max Delbrück Center

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